In der immer heftiger werdenden Debatte um das Urheberrecht möchte ich auch mal meine Meinung dazu kundtun.

Ansichten eines Kunden. Oder wie ich systematisch am kaufen gehindert werde.

Nach dem Aufruf der Autoren „Wir sind die Urheber“ und der Veröffentlichung der Gegenseite mit „Wir sind die Bürgerinnen und Bürger“ hat sich der Streit zwischen den Seiten ziemlich verschärft.

Naja verschärft ist gut. Der ganze Konflikt schwellt ja schon seit einigen Jahren.

Auf der einen Seite gibt es Konzerne und Rechte-Inhaber welche ihr geistiges Eigentum mit allen erdenklichen Mitteln schützen wollen. Das ging sogar so weit das man Musik CDs auf vielen Musikanlagen NICHT abspielen konnte. Oder Filme nur mit dem eigens auf DVD mit gebrannten Player abspielen konnte.

Auf der anderen Seite die Fileshrer und solche welche sich im Internet einfach alles heruntergeladen haben was ihnen unter die Finger kam. Egal ob sie es dann auch konsumiert haben oder nicht. Mit der Ansicht das alles frei verfügbar sein soll.

Und dann gibt es noch diese Menschen welche sich zu der Gruppe „Wir sind Bürgerinnen und Bürger“ bekennen. Das soll wohl so ein Mittelding sein.

Die Idee ist im Grunde nicht schlecht. Aber einiges stört mich doch daran.

So möchte ich einfach nur konsumieren. Und zwar wann und wie ich gerade kann und will.

Das hört sich jetzt komisch an. Aber damit meine ich das ich nur das kaufen kann was auch im Rahmen meines Möglichen liegt. Nicht nur finanziell. Sondern vor allem auch Ideologischer Natur.

Denn ich kann nur dann ein Produkt kaufen, wenn ich geistig, Physisch und finanziell in der Lage dazu bin und mir zum richtigen Zeitpunkt eine einfache für mich aktzeptable Möglichkeit dafür angeboten wird.

So bin ich nämlich als Kunde auch nicht bereit für einen Film 25 Euro oder mehr zu bezahlen nur weil der Einband eine besondere Qualität hat oder eine Extra DVD mit dem Kommentar des Regisseurs beigelegt wurde. Auch bin ich nicht bereit solche hohen Preise für einen Film zu bezahlen nur weil der Hauptdarsteller mehr als 100 Millionen Dollar dafür bekommt. Unabhängig davon das er dann bei den Merchandising Produkten 10 % vom Weltweiten Verkauf abstaubt.

Hier wäre es angebracht mehrere Pakete zum Verkauf anzubieten. Denn wenn mir der Erzeuger die Wahl zB. zwischen dem eben beschriebenen Film und einem Light Produkt ohne HQ Einband und /oder ohne Extra DVD ließe, wäre ich nicht gezwungen andere Wege einzuschlagen.

Denn nur NICHT kaufen ist KEIN Protest und kann daher auch vom Hersteller nicht als solcher gesehen/verstanden werden. Und als Kunde habe ich leider keine andere Möglichkeit dem Erzeuger meine Unzufriedenheit mit seinem Produkt mitzuteilen.

Siehe zB. ebooks. Wenn ich so ein Buch als ebook kaufe, möchte ich als Kunde nicht nur auf zB. Kindle beschränkt sein. Jedes Tablet sogar Smartphone bietet heute die Möglichkeit ebooks zu lesen. Wenn ich also nicht selbst entscheiden kann wann und auf welchen Gerät ich mein erworbenes Produkt lesen kann, werde ich sicher entnerft aufgeben und dazu tendieren mir eine Version zu besorgen welche auch auf jeden Gerät lesbar ist. Und das ist heute ganz leicht. Das tauschen unter Freunden und Bekannten der Files findet nach wie vor statt. Und dafür sollen die Kunden dann laut Gesetz bestraft werden. Nur weil der Urheber oder seine Verwertergesellschaft es verabsäumt haben auf den veränderten Markt zu reagieren. Und die Tatsache das der Verkäufer selbst schuld daran ist nichts verkauft zu haben. Aber statt darüber nachzudenken was der Verkäufer falsch gemacht hat weil die Verkäufe zurück gehen, werden die Kunden pauschal schuldig gesprochen und kriminalisiert.

Aber seine Kunden zu kriminalisieren ist wohl so das letzte das ich mir Menschlich vorstellen kann.

Genauso bin ich es leid die Restriktionen eines Produktes mit zu tragen.

Also geistiges Eigentum hin oder her.

Aber wie kann mir jemand vorschreiben wollen und dürfen, wo und wie ich mein ehrlich erworbenes Produkt zu konsumieren habe (Im privaten Rahmen)???

Oder wäre es für euch vorstellbar ein Auto zu kaufen wenn euch der Hersteller Gesetzlich verbieten kann damit aus der Stadt zu fahren? Oder euch vorschreibt wer damit fahren und wer nicht damit fahren darf? Oder vielleicht sogar wann ihr damit fahren dürft?

Und wenn es der Kopierschutz einer CD unmöglich macht sie am PC zu hören, wo ich den Großteil meiner Zeit verbringe, war es mit Sicherheit die letzte CD dieser Firma (Musiklabel) und des Künstlers welche ich käuflich erworben habe.

Und statt immer mehr Geld in den Schutz des geistigen Eigentums und die Prävention vor dem angeblichen Diebstahl dessen zu investieren, sollten die Besitzer dieses geistigen Eigentums mal darüber nachdenken wie sie ihren Kunden den Erwerb ihrer Produkte erleichtern können.

Immerhin geben ja viele an, davon ihren Lebensunterhalt bestreiten zu müssen.

Denn es nützt weder mir noch dem Besitzer des geistigen Eigentums, wenn ich sein Produkt zB. in meinem Land wegen irgendwelcher Gesetzlichen Bestimmungen nicht kaufen kann.

Ein Vorschlag:

Passt eure Produkte und die Verkaufswege den jetzigen Möglichkeiten (auch Internet) an. Ermöglicht euren Kunden damit einen Selbstbestimmten Konsum ihrer erworbenen Produkte und es werden immer mehr Kunden den Weg der ehrlichen Bezahlung einschlagen…

Was sagt ihr dazu? Ist das zu scharf formuliert? Ist das zu einseitig?

Wenn ihr anderer Meinung seid könnt ihr mir dies gerne in einem Kommentar sagen.

markus